Augenlaser
Februar 15, 2010 5:25 pm GesundheitDer Oberbegriff refraktive Chirurgie fasst mehrere Augenoperationen zusammen, die durch eine Korrektur der Brechkraft Brille oder Kontaktlinsen überflüssig machen sollen, indem sie Fehlsichtigkeit korrigieren.
Während Brillen seit dem 13. Jahrhundert der klassische Weg waren, Sehschwächen zu korrigieren, ist die refraktive Chirurgie noch sehr jung und es gibt beachtliche Fortschritte in den letzten Jahrzehnten.
Nachdem bei den ersten Versuchen einer radikalen Keratotomie in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts noch Korneavernarbungen Komplikationen bereiteten, hatte der Spanier Jose Ignacio Barraquer seit 1963 mit der Technik der Keratomileusis die Abtragung innerer Hornhautschichten zwecks Abflachung eine Alternative entwickelt, welche die Hornhaut nicht mehr mit tiefen Schnitten verletzte. 1986 wurde erstmals im Rahmen einer photorefraktiven Keratektomie (PRK) ein Augenlaser für die Abtragung eingesetzt.
Die PRK wurde in den 90er Jahren zuerst zur LASEK weiterentwickelt, bevor dieses Verfahren von den seit 1989 zur Keratomileusis eingesetzten Ecimerlasern abgelöst wurde. Diese Laser-Insitu-Keratomileusis (LASIK) wird bis heute weitgehend eingesetzt.
Schon 2004 hatten 0,2% der deutschen Bevölkerung ihre Sehkraft per Augenlaser verbessern lassen und jährlich werden bis zu 124000 neue Eingriffe mit Augenlaser durchgeführt, wobei die Tendenz immer noch steigt.
Die Behandlungen mit Augenlaser werden meist ambulant durchgeführt und kosten dann meistens zwischen 1000 und 2000 Euro pro operiertem Auge, wobei zumindest die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten nicht übernehmen.
Ziel aller Operationsmethoden war und ist immer eine Beeinflussung der Lichtbrechung über eine gezielte Veränderung der zentralen Hornhaut. Zum Beispiel bei Kurzsichtigkeit hat der Patient die Chance, über eine Abflachung der Hornhaut und dadurch bedingte geringere Brechung des Lichtes durch entsprechende Berechnungen den Brennpunkt wieder auf die Netzhaut zu verschieben.
Allerdings stehen dieser Chance Risiken gegenüber, die von den normalen Risiken (Entzündungen oder gestörte Wundheilung) bis hin zu weitgehendes postoperativen Einschränkungen am Auge gehen können:
Mögliche Komplikationen aller Eingriffe an der Hornhaut sind trockene Augen, auch Einschränkungen der Sicht bei Dunkelheit /Dämmerung sind genauso möglich wie Glanzeffekte (Glare) oder Lichthöfe (Halogone). In Einzelfällen kann es zu einer Art „Ausleiern“ der Hornhaut (Ektasie) kommen, die Nachbehandlungen bis hin zur Hornhauttransplantation möglich macht. Durch LASIK – Techniken kommen mögliche Flap-Komplikationen dazu.
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