ESWL – Eine vielversprechende Therapieform
Mai 21, 2009 6:49 pm GesundheitEs gibt viele Krankheiten und Leiden, die einen im Alltag sehr beeinträchtigen, gegen die man aber nicht anzukommen glaubt, da bisher alle Behandlungsversuche gescheitert sind. Jedoch besitzt man häufig einfach nicht das entscheidende Fachwissen über die gegenwärtigen Methoden der Gesundheitslehre, denn die geschwinde Weiterentwicklung der medizinischen Forschung macht es nicht selten möglich, bislang nur problematisch oder unmöglich behandelbare Syndrome zu besiegen. Waren etwa seinerzeit bei etlichen Leiden komplizierte chirurgische Eingriffe unumgänglich, so gibt es nun die Möglichkeit, zahlreiche von ihnen ambulant, nicht so belastend und für den Betroffenen leichter und komfortabler zu heilen. Leider sind viele dieser neuen Behandlungsmethoden in kleinen Allgemeinarztpraxen noch nicht angekommen und der Patient erfährt dadurch nicht von seinen Chancen. Eine einwandfreie Sachkenntnis und umfassende Aufklärungsarbeit des ausgewählten Arztes sind ungemein von Bedeutung.
Zwei Beispiele für solch moderne und effektive, nicht mehr weg denkbare Behandlungsarten unserer Zeit sind die Extrakorporale Stoßwellentherapie (kurz: ESWT) sowie die Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (kurz: ESWL). Sie dienen heutzutage primär der Heilung von lang andauernden, bislang unheilbaren orthopädischen Erkrankungen, die bisher noch operiert, ansonsten stationär therapiert werden mussten, sind überdies auch noch risikoarm und verursachen so gut wie keine Nebenwirkungen. Ihre Anfänge hat die Extrakorporale Stoßwellentherapie in den siebziger Jahren, wo sie in Form der Extrakorporalen Stoßwellenlithotripsie dahingehend gebraucht wurde, Harn- und Nierensteine ohne Operation aus dem menschlichen Körper zu eliminieren. Mittels der Konzentration von Schalldruckwellen in dem betroffenen Körperbereich werden zum Beispiel Verkalkungen zu einer Art feinem Sand zerrieben, der wiederum vom Körper ganz natürlich ausgeschieden wird. Um einen stationären Klinikaufenthalt zu umgehen, wird die Extrakorporale Stoßwellentherapie häufig bei orthopädischen Beschwerden, unter anderem bei Pseudarthrose oder Hüftkopfnekrose, genutzt. Dies sind zwei qualvolle Knochenheilungsstörungen, die die Beweglichkeit der Patienten sehr hemmen.
Von Pseudarthrose wird gesprochen, wenn sich ein halbes Jahr nach einem Knochenbruch der Knochen noch nicht gefestigt hat, sondern ein so genanntes „Falschgelenk“ entsteht. Beispielsweise kann die Ursache für die schlechte Knochenbruchheilung eine ungenügende Ruhigstellung oder verfrühte Belastung der betroffenen Körperstelle sein. Sehr oft betroffen sind von dieser gestörten Knochenheilung insbesondere Unterschenkel, Oberschenkel, Oberarm, Elle, Speiche und das Kahnbein. Doch man kann Pseudarthrose auch bereits von Geburt an haben, beispielsweise am Schienbein.
Eine Hüftkopf- oder Femurkopfnekrose hat zur Folge, daß durch die schlechte Durchblutung ein Teil des knöchernen Oberschenkelknochenkopfes abstirbt. Oftmals tritt eine Hüftkopfnekrose bei Alkoholikern und bei Menschen, die an Diabetes mellitus leiden, auf. Verletzungen des Hüftknochens oder eine anhaltende Therapie mit Antikoagulantien können allerdings ebenso der Grund für eine Femurkopfnekrose sein.
Doch die Extrakoporale Stoßwellentherapie kommt nicht ausschließlich bei Knochenheilungsstörungen zum Einsatz. Genauso können Pankreasgangsteine auf diese Weise entfernt werden. Das sind Ablagerungen von Kalkkonkrementen im Gangsystem der Pankreas (= Bauchspeicheldrüse) bei einer Pankreatitis. Des Weiteren wird die Extrakorporale Stoßwellentherapie bei einem Fersensporn verwendet. Ein Fersensporn, auch Kalkaneussporn genannt, ist eine dornartige, verknöcherte Ausziehung des Fersenbeins, die sich durch Reizung entzünden und dann Schmerzen verursachen kann.
Auch Menschen, die an einer Kalkschulter oder einem Tennisellbogen leiden, kann durch Extrakorporale Stoßwellentherapie geholfen werden. Eine Kalkschulter kommt besonders bei Frauen mittleren Alters vor. Hierbei entstehen um das Schulterblatt herum Kalkeinlagerungen, strukturiert in ganz kleine Kügelchen. Erreichen diese Einlagerungen irgendwann eine bestimmte Größe, führen diese zu Schmerzen bei Drehbewegungen des Arms über Schulterhöhe. Ein Tennisellbogen entsteht bei einer Überbeanspruchung der Unterarmmuskulatur, also durch extreme oder immer wiederkehrende Bewegungen. In Folge dessen kommt es zu Schmerzen im Unterarm und er ist nur noch eingeschränkt belastbar. Der Tennisellbogen ist, wie auch die Achillodynie, eine Insertionstendopathie. Die Achillodynie ist ebenso eine von der Belastung abhängig schmerzhafte Resonanz auf mechanische Verletzung von Sehnengewebe, ausgelöst mittels wiederkehrender Überbeanspruchung. Bei der Achillodynie bezieht sich die Überbeanspruchung auf die Achillessehne, zum Beispiel durch Langstreckenlauf hervorgerufen.
Bei dieser großen Anzahl von angestammten Anwendungsgebieten der Extrakorporalen Stoßwellentherapie kann man also nur von Glück reden, daß sich die Medizin stetig weiterentwickelt und eine solch innovative Behandlungsmethode wie die Extrakorporale Stoßwellentherapie hervorgebracht hat.
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