Hotels in Krakow Poland
Juni 20, 2008 6:02 pm ReisenFällt der Blick auf die Karte Europas, zeigt sich, eine geheime Hauptstadt heraus: die Universitätsstadt Krakau, interessanteste und fabelhafteste Großstadt Polens. Nur etwa 300 km liegt sie von Prag, Wien, Budapest und Lemborg – und wenn man den Kreisbogen weiter schlägt, erscheinen am Rand die Städte Triest, München und Berlin, Königsberg, Wilna und Kiew. Die Fremden zieht es schon seit über 1100 Jahren in diese Großstadt, es sind
Geschäftsmänner, Kaufleute und Zeichner, dabei massenhaft Amerikaner, Italiener und Juden. Krakau war Hauptstadt bis zu Beginn des 17. Jahrhunderts und ist Polens kulturelles Zentrum bis zum heutigen Tag. Nur manche
Stätten können sich rühmen, auf engem Raum so viele Kunstschätze aus Mittelalter, Renaissance und Barock zu haben wie Krakau. Dichter nennen sie liebevoll »Stadt der sprechenden Steine«: von bewegter Geschichte künden Bürgerhäuser und Adelspaläste, über 110 Kapellen und Klöster, eine der ältesten Colleges der Welt; im Wawelschloß, wo sich bis ins 18. Jahrhundert die polnischen Majestäten krönen ließen, wohnte in den Jahren 1939-45 ein deutscher Generalgouverneur. Der mittelalterliche Stadtkern bleibt während der Zweiten Weltkrieg unzerstört, kein künstlicher Wiederaufbau historischer Stätten tat not. Dem heutigen Besucher präsentiert sich Krakau als Treffpunkt kultureller Zeitströmungen, kirchlich-konservative Tradition kontrastiert mit Lebensmustern der Neuzeit. Die Widersprüchlichkeit beglaubigen Kantor und Penderecki, Polanski und der Papst, allesamt Bürger dieser Großstadt.
Auf seinen Promenaden durch die Großstadt fühlt sich der Besucher ein ums andere Mal verlockt vom Rynek, einem der größten mittelalterlichen Plätzen Europas: Seit über 750 Jahren bleibt er Zentrum des Öffentlichen Lebens. Im Sommer herrscht in Krakau fast südländische Ausgelassenheit: In den Restaurants treffen sich ein buntes Gemisch von Staatsbürgern und Akademiker, Schauspielern und Malern – und wer sich ein bisschen nach österreichischem Laissez-faire zurücksehnt, geht in eines der Gaststätten in den Tuchhallen, wo vielleicht schon bald wieder Kaiser Franz Joseph die Wände schmücken wird.
Abends wartet Rynek mit einem reichhaltigen Kulturangebot auf. Kinos und Kleinkunstbühnen verkündigen unterhaltsame Stunden, aus Cafes ertönt Live-Musik. Vor allem die Film- und Musikiestivals, die Graphik-Triennale und die Woche der jüdischen Kultur locken internationales Auditorium nach Krakau. Immerhin blieb die Universitätsstadt dank ihrer abgeschiedenen Lage früher davor beschützt, von Gästen überschwemmt und trivialisiert zu werden.
Der Autor dieses Artikels ist willy34
Zur Autoren Webseite: http://
Schlagwörter: Krakau