Krankenversicherung in den USA
Januar 31, 2009 7:17 pm VersicherungAmerika hat einen neuen Präsidenten, und wieder einmal haben viele Amerikaner die Hoffnung, dass er das Gesundheitssystem ihres Landes reformieren wird. Immerhin: Zuzutrauen ist Obama durchaus, woran zuletzt Clinton gescheitert ist. Die überwältigende Zustimmung, die ihm zu Beginn seiner Amtszeit fast vier von fünf Wählern entgegenbringen, stärkt seine Position, und die Beschränkungen des Einflusses von Lobbyisten, die er gleich am Tag nach seiner Vereidigung vorgenommen hat, machen Mut. Alles Weitere wird abzuwarten bleiben. Doch warum ist eine Reform des Systems überhaupt so wichtig? Ist es wirklich so, dass in den USA niemand krankenversichert ist, dass jeder seine Behandlungskosten aus eigener Tasche zahlen muss und deshalb viele Menschen ganz ohne medizinische Versorgung bleiben? Nun, ganz so ist es nicht. Ganz falsch ist diese Vorstellung aber auch nicht. Sehen wir uns also einmal die Fakten an. Bis zu einem gewissen Grad kommt selbst in Vereinigten Staaten der Staat für die Behandlungskosten eines Kranken auf – nämlich bei Personen, die über 65 Jahre alt sind, und bei extrem armen Menschen. Letztere dürfen aber nur im Notfall auf eine kostenlose Behandlung hoffen, also etwa nach einem Unfall, wenn schnelle Hilfe überlebenswichtig ist. Alle anderen müssen grundsätzlich ihre Arzt-, Krankenhaus- und Medizinkosten selbst tragen. Dafür gibt es natürlich Versicherungen, die sind aber recht teuer. Meist sind nur solche Personen versichert, bei denen der Arbeitgeber (als Bonus zum Gehalt) die Beiträge bezahlt, was längst nicht in allen Unternehmen der Fall ist. Deshalb gibt es tatsächlich viele Millionen Amerikaner, die gar nicht krankenversichert sind oder bei denen der Versicherungsschutz nicht ausreicht. Und so kommt es, dass tatsächlich die Lebenserwartung in den USA niedriger liegt als in vielen anderen Staaten, obwohl zumindest wohlhabende US-Bürger auf eine bessere medizinische Versorgung zurückgreifen können als die Bürger jedes anderen Landes. Wenn man sich diese Fakten klar macht, sieht man die Krankenversicherung in Deutschland doch gleich in einem ganz anderen Licht. Insbesondere die private Krankenversicherung (PKV) bietet gerade jüngeren Menschen zu einem vergleichsweise niedrigen Preis einen umfassenden Schutz. Wer noch nie einen PKV Vergleich durchgeführt hat, sollte das einmal tun. Und wer mit dem Gedanken spielt, vielleicht in die USA auszuwandern, sollte in seiner Pro-und-Kontra-Liste auch die Möglichkeit berücksichtigen, dass er einmal auf medizinische Betreuung angewiesen sein könnte.
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Schlagwörter: Krankenkasse, Krankenversicherung, PKV, Privatversicherung