PKV: Der Sprung zu den privaten Versicherungen
Juni 9, 2008 12:48 pm VersicherungEs ist nicht nur den Versicherten selbst oftmals ein Dorn im Auge. Sie würden gerne in die private Krankenversicherung (PKV) wechseln, haben aber nicht das Recht dazu. Auch die Versicherungen selbst hätten die Hürden gerne etwas niedriger. Manche setzen sie allerdings selbst.
Der Sprung in die PKV ist für viele gesetzlich Versicherte schlicht und einfach ein ganzes Leben lang unmöglich. Der Gesetzgeber hat nämlich Hürden aufgebaut – und die werden tendenziell höher. Das wichtigste Kriterium für den Eintritt in die PKV ist das Erreichen der so genannten Versicherungspflichtgrenze. Sie markiert das Jahresgehalt, das überschritten werden muss, um aus der jeweiligen Krankenkasse austreten zu können und Mitglied einer privaten Krankenversicherung zu werden.
PKV: Tendenz zu weniger neuen Vollversicherungen
Diese Versicherungspflichtgrenze liegt im Jahr 2008 bei 48.150 Euro – kein Pappenstil also. Immerhin müssen also brutto mehr als 4.000 Euro im Monat verdient werden, um in die PKV eintreten zu können. Zumindest gilt diese Grenze für “normale” Angestellte. Beamte genießen einen Sonderstatus. Seit 2007 haben sich die Zutrittsregeln sogar noch verschärft: Die Versicherungspflichtgrenze muss seitdem drei Mal in Folge “geknackt” werden, um einen Antrag auf Beitritt in eine PKV stellen zu können. Kein Wunder also, dass die Zahl der Neuzugänge in der Vollversicherung gegenwärtig auf dem Rückzug ist.
PKV legt die Hürden für einen Beitritt auch selbst hoch
Allerdings gestalten die privaten Krankenversicherungen (PKV) diesen Weg auch selbst holprig – und das bewusst und gut kalkuliert. Denn selbst wer die Bedingungen für einen Beitritt vor dem Gesetz erfüllt, wird keineswegs selbstverständlich aufgenommen. Er muss zudem auch noch gesund sein – oder zumindest überdurchschnittlich gesund. Denn denjenigen, die eine gute Krankenversicherung am ehesten brauchen, die Kranken und Alten nämlich, wird der Zutritt in der Regel verwehrt. Sie gelten als schlicht zu teuer. Damit etabliert sich die PKV mehr und mehr zu einem Versicherungszweig für Reiche, Beamte und Gesunde. Das ist einerseits vom Gesetzgeber gewollt, aber andererseits auch hausgemacht.
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