Verschieden Bräuche der Hochzeit

11:52 pm Familie

 

Das Beilager
Unter dem Beilager verstand man im Spätmittelalter die Zeremonie, wenn Braut und Bräutigam unter Zeugen das Ehebett bestiegen. Damit begann das eigentliche Eheleben. Zu fürstlichen Hochzeiten fertigte man nicht selten wahre Prunkbetten an mit Säulen und Baldachin, kunstreichem Schnitzwerk, mit Gold, Silber und Seide verziert, um damit das Repräsentationsbedürfnis des jeweiligen Hauses zu befriedigen.
Von der Hochzeit der Gräfin Marie von Zossenhausen wird berichtet, dass das Paar nach der „Bettsetzung” auf Sänften in das eigentliche Schlafzimmer getragen wurde, nachdem der König und die Königin den beiden vorher beim Ausziehen geholfen hatten.
Dieses Zubettgehen war mehr oder weniger eine bloße Zeremonie, und es sind hierzu viele Sitten und Gebräuche überliefert. Oftmals wurde das Paar in eine Decke gehüllt, und der Brautvater sprach Ermahnungen für das künftige Zusammenleben an den Bräutigam aus. In anderen Fällen setzten sich die Brautleute nur auf das Bett, die Ermahnungen waren aber die gleichen. Eine Feuershow ist die Überraschung auf jedem Polterabende!

In Schwaben kam der Pfarrer, man zündete das Licht an, und er besprengte das Bett mit Weihwasser, damit bösen Dämonen der Zugang zu den Vermählten verschlossen war.
Auch anderswo suchte man das Bett und das Schlafzimmer auf alle erdenklichen Arten – mit Räucherungen, Segnungen, dem Aufsagen Geister vertreibender Sprüche – zu schützen, damit das junge Paar vor Schaden durch übernatürliche Kräfte verschont blieb.

Die Morgengabe

War das Beilager vollzogen, kam die junge Frau in den Besitz der sogenannten Morgengabe, über die sie frei verfügen durfte. Lange Zeit war dies vertraglich abgesichert, und die Morgengabe verlieh ihr eine Basis wirtschaftlicher Unabhängigkeit. Die Morgengabe konnte ein Wertgegenstand sein oder auch die Rechte an Besitztümern.
Das „Frauenzimmerlexikon” von 1715 berichtet, dass die Morgengabe ein ansehnliches Präsent sei, das ein Ehemann von Adel seiner Braut am Tag nach der Hochzeit und nach dem ersten Beischlaf statt eines Lohnes für die verlorene Jungfernschaft zu verehren pflege. Morgengaben waren jedoch nicht nur bei Adligen üblich; bei gewöhnlichen Leuten fielen sie nur bescheidener aus. Und nachdem nun auch diesem Brauch Genüge getan war, konnte der Ehealltag beginnen. Buche Sie eine Feuershow aus Berlin für den Junggesellenabschied!

Brautwerbung und Hochzeit anderswo
Andere Länder – andere Sitten. Vieles, was bei uns in der Vergangenheit üblich war, erscheint uns heute ungewöhnlich und kurios, in anderen Teilen der Welt gab und gibt es aber Bräuche, die uns noch viel erstaunlicher anmuten. Einige Beispiele dafür sollen dieses Buch beschließen.


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