Wandern auf Fuerteventura – Herbe Schönheit und surrealer Reiz

11:43 pm Urlaub

Wandern durch die Traumlandschaft von Fuerteventura: Die zweitgrößte Insel im Kanarischen Archipel ist eine herbe Schönheit. Rötlichgelber Wüstensand, Schluchten, Täler und Gipfel sind von surrealem Reiz. Das Wandern steckt auf Fuerteventura noch in den Kinderschuhen, Wegweiser und Wanderführer gibt es hier längst noch nicht in ausreichender Zahl.
Vega de Rio Palmas ist der Startpunkt für eine etwa vier Stunden dauernde Wanderung. Der Rio Palmas, der Palmenfluss, weist hier den Weg. Bis vor einigen Jahrhunderten führte er noch ganzjährig Wasser. Das Flussbett ist bedeckt mit Geröll und Ziegeln. Exemplare der Kanarischen Dattelpalme säumen die staubtrockenen Ufer. Auf den in Terrassenform angelegten Feldern wachsen Kartoffeln, Kürbis und Ziebeln.
Zwischen den Bergen staut sich die flirrende Hitze. Nach rund einer Stunde taucht ein Stausee auf. Wie der Rio Palmas führt auch er nur selten Wasser. Grüne Wolfsmilchgewächse bilden eine spärliche Vegetation. Der Abstieg zur Westküste bringt Begegnungen mit wilden Ziegen, rund 20.000 von ihnen soll es allein auf Fuerteventura geben. Verfallene Gutshäuser erinnern an wirtschaftlich bessere Zeiten auf dieser Insel.
Schließlich kommt Ajuy in Sicht, der schwarze Sand des Plaga de los Muertos, ein Stück Zivilisaton mit malerisch gedrungenen Fischerhäuschen, zum Trocknen aufgehängten Fischernetzen und bunten Booten, die auf den Wellen tanzen.
Wüstenwanderungen durch den Naturpark (Corralejo) vermitteln eine tiefe Ruhe, das Kennenlernen des Montana Roya bei Villaverde wird zur großen Einsamkeitserfahrung. Wunderschöne Wanderungen hält der alte Pilgerweg von Artigua nach Berancuria bereit.
Schwieriger gestalten sich Wanderungen bis hinauf zum höchsten Berg der Insel. Der Pico de la Zarza bietet einen atemraubenden Panoramablick über die älteste der Kanarischen Inseln. Weniger anstrengend sind Wandertouren entlang des Küstenpfades, etwa von Caleta de Fuste nach Nuevo Horizonte an der Costa Antigua.
“Fuerteventura ist eine Oase in der Wüste der Zivilisation”, schrieb der Dichter und Philosoph Miguel de Unamuno. Dieses Gefühl stellt sich auch beim Wandern ein.
Dafür ist die passende Ausrüstung wichtig. Viel Wasser, mindestens einen Liter pro Person, gehört in den kleinen Rucksack. Essen und Sonnenschutz dürfen auch nicht fehlen. Nur festes Schuhwerk trotzt den losen Lavasteinen auf den Wegen. Die beste Reisezeit für Wanderfreunde ist der Winter. Dann ist es auf Fuereventura nicht so heiß. Fincas und Ferienhäuser auf Fuerteventura gibt es vor allem in Küstennähe.



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