Wehrverhalten beim Hund

8:00 pm Freizeit

Das Wehrverhalten gehört zu den natürlichen Verhaltensweisen des Hundes und es wird dem Aggressionsverhalten zugeordnet. Es gibt typische Zeichen für das Wehrverhalten, die im Einzelnen folgende sind:
- Drohen
- Fixieren
- eine teilweise sehr aggressive Abwehr
- Zubeißen
Eine offene Aggression ist ein Schlüsselreiz für dieses Verhalten. Weitere Schlüsselreize sind eine Bedrohung des Hundes körperlicher oder seelischer Art. Damit wird das Wehrverhalten ausgelöst. Das Wehrverhalten hat das Ziel, dass beim Bedrohenden ein Meideverhalten ausgelöst wird. Er soll versuchen zu fliehen und dem Hund sozusagen das „Feld überlassen“. Damit wird aber noch ein anderes Ziel verfolgt, nämlich, dass ein Kampf, der möglicherweise beschädigend für beide Teilnehmer wäre, vermieden wird.
Das Wehrverhalten ist zu jeder Zeit aktivierbar, das heißt, es unterliegt keiner Ermüdung und kann durch verschiedene Reize immer wieder ausgelöst werden. Es gibt aber verschiedene Motivationen, die zum Wehrverhalten führen können. Das ist zum einen das Bewachen der Beute. Hier will der Hund seine Beute verteidigen und Feinde oder andere Hunde aus dem Rudel abwehren. Auch im sozialen Bereich tritt das Wehrverhalten auf. Hier kommt es immer dann zum Tragen, wenn der Hund seine soziale Stellung verteidigen will. Die Rangordnung wird mit Hilfe dieses Verhaltens festgelegt und es werden Privilegien bewahrt. Auch als Notwehr wird das Wehrverhalten eingesetzt, dann allerdings nur bei scheinbar ausweglosen Situationen. Selbst Ansprüche an das Revier werden mit dem Wehrverhalten geklärt.
Dem Wehrverhalten steht das bereits erwähnte Meideverhalten gegenüber. Zeigt das Gegenüber dieses Verhalten nicht, kann es zum Kampf kommen, der doch eigentlich vermieden werden sollte. Beide Verhaltensweisen werden durch denselben Schlüsselreiz ausgelöst. Sie sind aber abhängig vom Selbstbewusstsein des Hundes. Das bedeutet, dass ein sehr selbstbewusster Hund eher das Wehrverhalten zeigen wird, ein eher schüchternder Hund wird schneller das Weite suchen und sich unterwerfen. Er zeigt dann das Meideverhalten. Auch das Alter des Hundes und seine bisherigen Erfahrungen spielen dabei eine Rolle. Sieht der Hund keine Möglichkeit zur Flucht, wird er ebenfalls eher in das Wehrverhalten übergehen. So kann es sein, dass ein in die Enge getriebener Hund zum Beißer wird, obwohl er ansonsten nie ein solches Verhalten an den Tag gelegt hat. Soll der Hund eingefangen werden, kann das so eine kritische Situation auslösen und der Hund fällt Herrchen oder Frauchen an. Auch andere Umweltreize spielen hier mit hinein. Selbst, wie der Bedrohende auftritt ist ausschlaggebend dafür, ob der Hund ein Meide- oder ein Wehrverhalten zeigt.


Der Autor dieses Artikels ist ado83

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